Top-Ten Leichtathleten Olympische Spiele Peking

24 August 2008 | Kommentare (0)

Carsten Schlangen - Top Ten Leichtathletik national Olympische Spiele Peking Foto: ChaiVon der Redaktion von Leichtathletik.de wurde ich zur Top-Ten national der Olympischen Spiele in Peking gewählt. Meine Läufe im Vogelnest seien " Couragiert, offensiv und taktisch überlegt" hieß es zur Begründung der Wahl. 

Zur Olympia-Top-Ten Wahl auf Leichtathletik.de

Auf dem Weg nach Peking

11 August 2008 | Kommentare (0)

Carsten Schlangen auf dem Weg nach Peking - Flughafen Seoul

Heute bin ich die Reise in die chinesische Hauptstadt Peking angetreten. Derzeit befinde ich mich in Seoul und warte gemeinsam mit dem ersten Teil des DLV Aufgebots auf meinen Weiterflug. In Peking werde ich hoffentlich am neuen Terminal 3 des Flughafens eintreffen. Der Neubau von Architekt Sir Norman Foster wurde in aktuellen Architekturdiskussionen als großartig und richtungsweisend gefeiert. Peking wächst allerdings so
schnell, dass auch der gigantische Neubau schon bald nicht mehr ausreicht, um die Stadt angemessen
an das internationale Flugnetz anzubinden.

Der Flughafen wird mit Sicherheit nur ein kleiner Teil der Erlebnisse sein, die in Peking auf mich warten. Ich freue mich auf die neuen Erfahrungen. In der Abgeschiedenheit von Shibetsu habe ich Kraft getankt, um die vielen neuen Eindrücke zu verkraften.

Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen meine ersten Eindrücke von der Olympiade auch ins Netz stellen kann; es soll ja W-Lan Zugang in der Nähe des Olympischen Dorfes geben.

Morgen werden sich auch meine Eltern auf den Weg nach Peking machen. Sie haben die Flugtickets schon viel früher als ich gebucht und mir mit diesem Schritt auch ein positives Signal für die Saison gegeben. Ich freue mich, dass sie im Vogelnest dabei sind.

Im Garten meiner Eltern soll eine Olympische Fahne gehisst worden sein und in meinem Heimatort Teglingen vereinzelt schwarz-rot-goldene Fahnen.

Ich freue mich auf Peking, auch weil sich so viele mit mir freuen.

Herzlichen Dank für Eure Unterstützung, Carsten

Blogging erlaubt

7 August 2008 | Kommentare (0)

Olympia Blogging - Eine Zeichnung von Norman Palm zum Beitrag von Carsten SchlangenIm Kreis der deutschen Olympiateilnehmer hat es in der letzten Zeit viel Unmut über einen Passus der DOSB Athletenvereinbarung gegeben. Die von Vielen arglos unterzeichnete Vereinbarung enthielt entgegen den offiziellen IOC Bestimmungen (IOC Blogging Guidelines) ein Verbot, auf der eigenen Internetseite zu bloggen. Begründet wurde dieses Verbot mit der IOC-Regel 49, die dem Sportler jegliche Journalistische Tätigkeit zum Zeitraum der Spiele untersagt.

Mir war der Widerspruch der DOSB Athletenvereinbarung vor einigen Wochen aufgefallen und sauer aufgestoßen, hatte ich mir doch vorgenommen auf meiner Internetseite hin und wieder einen persönlichen Eindruck aus Peking zu geben. Ich hatte auch gegenüber der Presse erklärt, dass hier ein deutlicher Widerspruch vorhanden ist, um etwas Bewegung in die Sache zu bringen. Ich fühlte mich in meiner Freiheit der Meinungsäußerung beschnitten.

Vermutlich stammt der Passus in der Athletenvereinbarung noch aus dem Jahr 2004, in dem der Kugelstoßer Peter Sack aus eben diesem Grund Athen frühzeitig verlassen musste. Entweder hat der DOSB vergessen, diese zu streichen; oder aber wissentlich hingenommen, dass dieser Widerspruch besteht, in der Hoffnung, im Ernstfall Druck auf Athleten ausüben zu können, die durch ihre Blogs unangenehm sind.

Wie auch immer – kurz vor Beginn der Spiele hat der Druck der Presse gewirkt. Der DOSB hat sich von seiner selbst aufgelegten Beschränkung nun verabschiedet. In eng gestecktem Rahmen (IOC Blogging Guidelines) dürfen nun persönliche Eindrücke von den Spielen auf Seiten deutscher Sportler veröffentlicht werden. Verboten sind nach wie vor Interviews mit einem Akkreditierten sowie eine Story über ihn. Verboten sind Töne, laufende Bilder oder Fotografien aus jenen Bereichen, die nur für Akkreditierte zugänglich sind. Ein persönliches Foto ist nur dann gestattet, wenn es nicht im Zusammenhang mit einem olympischen Wettkampf, Eröffnungs- und Schlussfeier und einer Medaillenzeremonie steht. Ich denke, daran kann ich mich gerade so noch halten.

Ich begrüße diese “Entscheidung“ des DOSB und freue mich, Euch von den Spiele berichten zu dürfen.

Carsten

Vorolympisches Trainingslager in Shibetsu (Japan)

7 August 2008 | Kommentare (0)

Vorolympisches Trainingslager Shibetsu Japan - Image: Carsten Schlangen laufend

Seit Dienstag weile ich im Vorolympischen Trainingslager in Shibetsu. Der kleine Ort mit etwa 20.000 Einwohnern auf der Insel Hokkaido ist ruhig und abgelegen. In Shibetsu gibt man sich gastfreundlich auf höchstem Niveau. Am Dienstagmorgen wurden wir im Hotel von einer kleinen Gruppe Schüler empfangen. Die Schüler haben uns sehr hübsche kleine Glücksbringer aus Papier gebastelt. Lokale TV Sender und Zeitungen haben ausführlich über das Ereignis berichtet. In den Cafes der Stadt gibt es sogar einige deutsche Fahnen mit Willkommensgrüßen.

Die Trainingsbedingungen vor Ort sind sehr gut. Über Tag wird es zwar recht warm und schwül, aber in der Nacht kühlt es merklich ab, so dass wir in der Nacht gut schlafen können. Ich habe selbst kaum Probleme mit der Zeitumstellung gehabt. Zwar habe ich in der ersten Nacht im Flieger überhaupt gar nicht geschlafen; dafür aber in den ersten beiden Nächten um so intensiver.

Das Training läuft bislang sehr gut – ich fühle mich trotz der anstrengenden Reise locker. Ich hoffe, dass alles so unkompliziert weiter verläuft wie bislang und möchte nun die Bilder sprechen lassen.

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Viel Spaß mit dem Video, Carsten

Just a test

5 August 2008 | Kommentare (0)

Ein ungewollter Formtest, der plötzlich so wichtig wurde.

Just a test - Ein Blogbeitrag von Carsten SchlangenAm Freitag dieser Woche war ich zu Gast bei der DLV GALA in Wattenscheid. Der 1500m Lauf sollte ein letzter Formtest für die Olympischen Spiele in Peking sein.

Eigentlich bin ich kein großer Freund der immerwährenden Formüberprüfung. Zum großen Teil enden solche Unternehmungen in der Erkenntnis, dass etwas zu viel überprüft wurde und häufig hört man dann Sätze wie: „Aber letzte Woche ging's doch noch!?“ Die offizielle Verabschiedungsveranstaltung des DLV in Wattenscheid ist ein solcher Wettkampf, bei dem es immer auch ein Stück weit darum geht, die Form der Athleten vor dem internationalen Höhepunkt der Saison zu überprüfen und gegebenenfalls auch noch „Korrekturen“ in der Mannschaftsaufstellung vorzunehmen.

Es ist schwierig zu erklären, warum eine solche Unternehmung gerade im Laufbereich häufig zu mehr Schaden als Nutzen führt; ich möchte es dennoch nicht unversucht lassen, meinen generellen Standpunkt darzulegen.

In der Freiluftsaison ist ein jeder Läufer bestrebt, die Anzahl der harten Läufe in einem eng gesteckten Rahmen zu belassen. Häufig führt Vielstarterei zu dem Ergebnis, dass die Belastungen für den Körper zu hoch sind; Verletzungen und Unfitness sind häufige Folgen. Einem guten Wettkampf sollte in der Regel eine kurze Erholungsphase folgen sowie einer anschließenden Aufbau- bzw. Trainingsphase für den nächsten Wettkampf.

Der DOSB verlangt in diesem Jahr die zweimalige Normerfüllung über 1500m. Die geforderten Zeiten waren schneller, als die besten Zeiten Deutscher Mittelstreckler in den letzten vier Jahren. Ich frage mich an der Stelle, wieso einer zweimaligen Erfüllung der Norm, unter Anderem mit der 11. schnellsten Zeit, die je ein Deutsche lief, dann auch noch ein weiterer Wettkampf mit internationaler Konkurrenz folgen muss.

Einige wenige Tage vor der Abreise zum internationalen Höhepunkt bekommen die wenigen deutschen Topathleten in der Regel recht viele Anfragen von der Presse, die zum Teil den Trainingsalltag durcheinander bringen, weil weniger Zeit für die Erholung bleibt. Genau in dieser kritischen Phase soll auch noch eine weitere Formüberprüfung stattfinden?

Ich konnte bislang wenig Verständnis für derartige Maßnahmen entwickeln – das sollte sich jedoch mit meinem Start von gestern etwas ändern.

Vor einigen Wochen konnte ich das 1500m Finale der Deutschen Meisterschaften nicht bestreiten, ich bekam in der Nacht zum Finale einen heftigen Magen-Darm-Infekt. Ein Start war unmöglich. Nach dem zurückliegenden Trainingslager in Königs Wusterhausen und einem gelungenen ersten Test über 1000m bei den Deutschen Staffelmeisterschaften bot sich also nun die Gelegenheit nach etwa einem Monat ohne 1500m Lauf noch einmal Selbstsicherheit zu tanken. So sollte es kommen.

Im Rennen fühlte ich mich etwas müde von den vielen Belastungen aus dem Trainingslager, aber gleichzeitig merkte ich mit jedem Meter, dem ich dem Ziel näher kam, dass ich in guter Verfassung bin. Etwa 300m vor dem Ziel begann das Feld zu sprinten. Zunächst kam ich am Kenianer Bernard Kiptum nicht vorbei und musste mich in der Kurve zur Zielgeraden noch einmal auf Position Zwei einreihen. Auf der Zielgeraden kam dann die Gewissheit, dass meinem Antritt niemand folgen konnte. Der Kenianer Kiptum stand förmlich; nur noch Stefan Eberhardt konnte an Position Zwei mit leichtem Abstand folgen. Stefan Eberhardt stellte eine persönliche Bestleistung auf. Für ihn ist das Rennen in Wattenscheid mit Sicherheit sehr wertvoll gewesen.

Meine Siegerzeit von 3:37:05min ist die viertbeste Leistung meines Lebens und somit kann ich sehr optimistisch in den olympischen Vorlauf gehen. Vielleicht reicht es auch für den Finaleinzug. Ich hatte sogar noch etwas Reserven. Das alles wurde mir auf den wenigen Metern der Zielgeraden klar.

Ich muß also abschließend feststellen, dass der Pflichttest für mich eine Bereicherung war. Manchmal sollte man Hürden, die einem in den Weg gestellt werden auch als Chance sehen. Das ist nicht nur im Sport so.

Danke fürs Lesen, Carsten